Exotische Lieder über die Liebe und das Leben
Kulturmühle: Sibylle Kynast und Freunde präsentieren facettenreiche Weltmusik – Nordwest Zeitung, 1. März 2011, von Gabriele Bode
BERNE. Lieder über die Liebe und das Leben verzauberten in der heimeligen Atmosphäre der Kulturmühle das Publikum. 
Sibylle Kynast war mit ihren vier Musikerfreunden angereist. „Gracias a la vida“ – Dank an das Leben, ist ein chilenisches Lied.
Neben sehnsuchtsvollen südamerikanischen Liedern gab es ebenso osteuropäische und zahlreiche jiddische Lieder. Genauso international wie die Musik setzt sich auch die Gruppe zusammen. „Musik braucht keine Sprache und verbindet alle Kulturen“, erklärte Sängerin und Gitarristin Sibylle Kynast, die dem Publikum aber trotzdem kurze Geschichten und Informationen zu jedem Stück gab. 
Die vielen verschiedenen Sprachen, in denen sie so eindrucksvoll, manchmal wehmütig und manchmal mitreißend singt, spricht sie zwar nicht alle, aber die Texte der Lieder kann sie problemlos übersetzen, wie sie lachend erklärte. Sie ist sehr viel gereist in ihrem Leben. Musik begleitete sie schon immer. Ende der sechziger Jahre spielte sie bei den Citypreachers mit Inga Rumpf oder der schon früh verstorbenen Alexandra. Zu Inga Rumpf hat sie bis heute Kontakt. Ihre Freundin Alexandra verließ die Band, um eine professionelle Solokarriere in Richtung Chanson (Mein Freund der Baum) zu starten. 
Auch wenn Sibylle Kynast zwischendurch einige Jahre nicht viel musiziert hat, gehörte Musik trotzdem immer irgendwie zu ihrem Leben. 
Verheiratet ist sie mit dem Kontrabassspieler Paul Rudolf. Der gebürtige Pole bildet mit seinem Instrument die unverzichtbare Grundlage für die gesangsstarken Stücke, wie es die Band selber beschreibt. Der Bremer Horst Memmen spielt Gitarre. Er hat klassische Gitarre studiert. Seit rund zwei Jahren spielen die drei Freunde wieder regelmäßig zusammen. 
Buba Camara aus Gambia kam kurz darauf, als jüngstes Mitglied der Gruppe, mit seiner Percussion dazu. Der Rumäne Sorin Ferat ist mit der Violine erst seit rund sechs Monaten dabei. Der studierte Violinist hat in mehreren Sinfonie-Orchestern gespielt und sorgt mit seinem Instrument für den typischen Zigeunerklang. 
Die Kulturmühle in Berne schien an diesem Abend genau der richtige Ort für diese Musik zu sein, die von der Nähe zum Publikum lebt. Zufrieden und nach zwei Zugaben verließen die Besucher rund zwei Stunden später den Saal.

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