Sibylle Kynast und Frajndelech
sorgt für gute Stimmung im Cultimo
Weserkurier, 10. Mai 2011, von Katja Glaser
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Weserkurier, 10. Mai 2011, von Katja Glaser
KUHSTEDTERMOOR.
"Ich bin ja ganz beglückt, dass es offenbar noch Menschen gibt, die mich von früher kennen", freute sich die frühere "City Preachers"-Sängerin Sibylle Kynast über den Applaus, mit dem das Publikum sie im Cultimo in Kuhstedtermoor begrüßte. Die Begeisterung der Zuhörer riss keine Sekunde ab, während die Folk-Musikerin mit ihrer Band "Frajndelech", bestehend aus Sorin Ferat (Geige), Horst Memmen (Gitarre) und Paul Rudolf (Kontrabass), ihre musikalischen Schätze präsentierte.
Volltönende Intonation und eine außergewöhnliche Stimmfarbe machten die Darbietung von Kynast zu einem unverwechselbaren Klangerlebnis. Den großen Diven der Musikgeschichte würdig, zelebrierte die Sängerin mit ihren Kollegen Volksliedgut aus Kolumbien, Chile, Israel, Spanien. Besonders das ladinische Liedgut hat es der Künstlerin angetan: "Die ladinischen Lieder stammen aus dem maurischen Spanien, bevor die Muslime von dort vertrieben wurden. Sie nahmen ihre Musik mit und dadurch bekam das ladinische Lied ganz viele Einflüsse aus ganz Europa", erzählte Kynast. Auch hebräische und jiddische Lieder spielen eine wichtige Rolle bei den "Frajndelech": "In den jiddischen Liedern ist das immer so: Wenn man traurig ist, sitzt man auf einem Stein und weint, und wenn man fröhlich ist, sitzt man auf dem Dach und lacht", erzählte Sibylle Kynast schmunzelnd ihrem Publikum und stimmt eine kleine heitere Einlage über eine unwillige jüdische Braut an, die mit keinem vom Heiratsvermittler
vorgeschlagenen Bräutigam einverstanden ist. "Das Jiddische ist ja wirklich eine meiner Lieblingssprachen", sagte Kynast.
Neben den Anekdoten zu den einzelnen Liedern spielte die Schwermut eine wichtige Rolle im Volksliedgut: Titel wie das ladinische "Adio Querida" (Leb wohl, Geliebter) oder das alte mexikanische Volkslied "La Llorona" (Die Weinende) transportieren starke Emotionen wie Abschied und Trauer. Das Lied "Gracias a la vida" von der chilenischen Sängerin Violeta Parra wiederum dankt wortwörtlich für das Leben. Viel fröhlicher ging es bei dem bekannten jiddischen Volkslied "Tumbalalaika" zu - in dessen Text wurde auf amüsante Art geschildert wird, wie ein Bräutigam seine potentiellen Bräute mit Rätseln auf die Probe stellte. Eine Mischung tiefer Emotionen, sowohl der traurigen als auch der fröhlichen, dargeboten mit Stimmgewalt und instrumentaler Virtuosität, bestimmte das Programm der Band "Sibylle Kynast & Frajndelech".
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